BREMSSCHWELLEN UND PFLASTERUNGEN

 

Bremsschwellen sind bauliche Erhebungen auf der Straße, die Kraftfahrzeuglenker durch den ausgelösten Stoß zu einer Verringerung der Geschwindigkeit und die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen forcieren sollen [33].

 

 

 

 


 

 

Bild 1-1 links zeigt die bekannte Ausführung aus Kunststoff, die auf die Fahrbahn aufgeschraubt wird. Bild 1-2 und Bild 1-3 zeigen andere Ausführungen, die in die Fahrbahn eingebaut oder geklebt werden. Weitere Ausführungen bestehen aus Pflasterungen mit oder ohne Schwellen.

Die „verkehrsberuhigende“ Wirkung von Bremsschwellen basiert auf die Annahme, dass der Fahrer bremst. Das tut er auch im Normalfall, einerseits weil er sein Fahrzeug nicht beschädigen will und andererseits weil er beim Übergang des Hindernisses kein Risiko einer unkontrollierten Fahrweise eingehen will.

Eine Bremsschwelle ist de facto eine auf der Fahrbahn angeordnete Unsicherheits­stelle, die bewirken soll, dass der Fahrer als Reaktion seine Geschwindigkeit reduziert. Wenn aber diese Annahme nicht zutrifft und das Hindernis z.B. in der Nacht nicht rechtzeitig erkannt wird, dann kann diese eingebaute Unsicherheits­stelle auch unfallauslösend wirken. Dies ist bei Motorrädern auch oft passiert [34].

Vom Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit betrachtet, verursachen das Bremsen und die nachfolgende Beschleunigung vermehrte Partikel­emissionen sowohl aus Bremsen­abrieb und auch aus der Verbrennung infolge der Beschleunigungs­phase. Weitere Mehremissionen von gesetzlich limitierten Schadstoffen werden infolge des Brems- und Beschleunigungsvorgangs gegenüber einer Konstantfahrt ausgestoßen.

Am meisten steigt aber die Lärmbelästigung sowohl als Folge des Brems- und Beschleunigungs­prozesses wie auch infolge des veränderten Straßenbelags und der Geräusche, die bei der Hinauf- und Hinabrollen der Räder auf die Bremsschwelle hervorgerufen werden. Zusätzlich kann passieren, dass die Befestigung der Bremsschwelle auf der Fahrbahn an manchen Stellen locker wird, Bild 1-4.

Derartige Geräusche werden als besonders störend wahrgenommen, denn neben den Pegelerhöhungen werden dabei insbesondere die veränderte Frequenzzusammensetzung und die Impulsartigkeit der Lärmbelastung subjektiv sehr lästig empfunden.

Eine alternative Maßnahme, die mehrere negativen Folgen verhindern würde, wäre beispielsweise eine effiziente und gerechtfertigte Radarüberwachung. Die dafür entstehenden Mehrkosten werden mit den erteilten Strafgebühren weitgehend gedeckt.


PFLASTERUNGEN:

Das Befahren von Pflasterflächen mit Kraftfahrzeugen verursacht mehr Straßenlärm als das Befahren von Asphalt, wie Bild 1-5 zeigt.

Je nach gefahrener Geschwindigkeit und Oberflächenbeschaffenheit des Pflasterbelags kommen unterschiedliche Pegelerhöhungen zustande.

Eine lärmbegünstigende Wirkung haben raue Steinoberflächen mit breitem Fugenabstand (größer 5 mm) sowie gefasten oder gebrochenen Steinkanten. Eine Lärmminderung kann dagegen durch eine möglichst glatte Belagsoberfläche mit geringem Fugenabstand und großen Steinformaten erzielt werden [13].

 

Um dem Problem des Reifen-Fahrbahn-Geräusches beim Befahren von Pflasterflächen entgegen zu wirken, sollten die oben beschriebenen Pflaster nur in Bereichen mit geringer Fahrgeschwindigkeit angelegt werden. Alternativ können Fahrspuren aus Asphalt ausgebildet werden.




 
BREMSSCHWELLEN UND PFLASTERUNGEN
   
Negative Folgen:
 
  • Erhöhte Lärmbelastung
  •  
  • Erhöhte Schadstoffemissionen
  •  
  • Unfälle bei Nichterkennung
  • Empfehlung:
     
  • Geschwindigkeitsüberwachung durch elektronische Meßanlagen

  • Nur Fußgängerzonen pflastern
     
     
    eine Auflistung der in diesem Artikel verwendeten Literaturstellen (Quellenangaben) finden Sie hier
     

    Kommentare:
     
    Die abgedruckten Kommentare geben nicht zwingend die Meinung des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik zum ausgewählten Diskussionsthema wieder, sondern drücken ausschließlich die Meinung des Verfassers aus.
     
     
    Datum: 9. September 2008

    Kommentar von:

    Maier zum Thema: Bremsschwellen und Pflasterungen
    Die Emmisionen sind unbestritten. Die Emmision der Bremse ist unvermeidbar, zur Erreichung der zugelassenen Geschwindigkeit muß ein Bremsvorgang erfolgen. Wer nach der Schwelle wieder Gas gibt fährt nicht mit der zugelassenen Geschwindigkeit.

    Wenn in geschwindigkeitsreduzierten Bereichen vor z.B. Schulen ein Kind angefahren wird, sind (Unterstellung) auch die Lärmemmisionen einer Bremsschwelle untergeordneter Art.

       
     
    Datum: 9. September 2008

    Kommentar von:

    Karl E. Noreikat zum Thema: Bremsschwellen und Pflasterungen
    Völlig richtig. Aus Umweltgründen sofort abschaffen.
       
     
    Datum: 13. September 2008

    Kommentar von:

    W. Dolezal zum Thema: Bremsschwellen und Pflasterungen

    Heutige Fahrzeuge sind in Bezug auf Brems- und Beschleunigungsleistung doch so ausgelegt, dass auch zwischen den Schwellen unzulässig hohe Geschwindigkeiten möglich sind. Also finde ich Schwellen weitgehend sinnlos.

    Vom Sicherheitsstandpunkt bedenklich:

  • Schneeräumung
  • Bremsen von Einsatzfahrzeugen
  • Sturzgefährdung für betagte Menschen
  • Sturzgefährdung für Einspurige

    Weiters bin ich der Ansicht, dass auch Fahrzeuge und Insassen durch Schwellen zusätzlich belastet werden. Schließlich wird stets versucht, sich an des maximal mögliche Tempo heranzutasten.

    Besonders schlimm sind dabei diagonal ( wegen Wasserablauf) angeordnete Schwellen. Diese führen auch zu einer Torsionsbelastung des Fahrzeugaufbaues.

    Meine Erfahrungen gründen auf jenen Schwellen die in der Dauer-Campinganlage Forchtenstein / Bgld. auf einer abschüssigen Strasse errichtet wurden.

     

       
     
    Datum: 20. November 2008

    Kommentar von:

    WernerResch zum Thema: Bremsschwellen und Pflasterungen
    Ein wichtiger negativer Punkt wurde bei diesen Maßnahmen noch nicht bedacht.z.b.bei Rettungsfahrten sind solche Schwellen für Schmerzpatienten der Wahnsinn, denn da kann schon jeder Kanaldeckel schmerzhafte erschütterungen auslösen!!Somit wird den Rettungskräften die arbeit erschwert und auch Zeitmäßig entgegengewirkt!Mann sollte eher die Straßenführungen so Planen das die Fahrgeschwindigkeiten gar nicht so hoch sein können.Mann könnte vielleicht die Fahrbahnbreite generell verringern.
       
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