RINGSTRASSENSPERRE NACH DER EM – Sinn oder Unsinn?

 

Nach dem Ende der Fußball EM fordern Grüne, Radfahrerlobbys, selbsternannte und auch wirkliche Experten die Beibehaltung der Sperre des Rings bzw. von Teilen des Rings. Hauptargument dafür ist, dass trotz Ringsperre das Verkehrschaos ausgeblieben ist.

Tatsache ist jedoch, dass zwar direkt auf der Umleitungsstrecke der Verkehr halbwegs flüssig lief, auf den Zufahrten jedoch an vielen Tagen kein Weiterkommen war. Alle jene, die die einige hundert Meter lange Strecke vom Karlsplatz über den Getreidemarkt täglich im Stau stehen mussten, wissen davon ein Lied zu singen.

Tatsache ist aber auch, dass die Umleitungsstrecke über die so genannte 2-er Linie ca. doppelt so lang wie die Strecke über den Ring ist und dass sich auch mehr als doppelt so viele Verkehrsampeln mit entsprechenden Ampelstopps auf der Umleitungsstrecke befinden.
Das bedeutet: Jedes Fahrzeug produziert auf der Umleitungsstrecke etwa doppelt so viele Emissionen wie auf der Ringstraße – ein Aspekt, der in der bisherigen Diskussion völlig vernachlässigt wird.

Wollen wir durch die neue Verkehrsführung doppelt so viele Emissionen als bisher, nur damit einige Rollschuhfahrer oder Radler auf der Ringstraße promenieren können, fragt der ÖVK?

Ihre Meinung ist gefragt!

 

Kommentare:
 
Die abgedruckten Kommentare geben nicht zwingend die Meinung des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik zum ausgewählten Diskussionsthema wieder, sondern drücken ausschließlich die Meinung des Verfassers aus.
 
 
Datum: 1. Juli 2008

Kommentar von:

Prof. Dr. Mikulic zum Thema: Ringstraßensperre
Ich halte eine Sperre der Ringstrasse für nicht zielführend, da damit eine nachhaltige Beeinträchtigung des Verkehrsflusses in der Innenstadt in Ermangelung leistungsfähiger Alternativen verbunden ist.
Die Folge sind erhebliche Zunahmen insbesonders der CO2 Emission durch die enstehenden Staustrecken.
Die Wiener Ringstrasse bietet auf Grund ihrer grosszügigen Gestaltung bereits heute ausreichend Verkehrsraum für nicht-automobile Verkehrsteilnehmer, zB. Fahrrad, Skater, Fussgänger, Läufer u.a.

Aus Gründen der Sicherheit müsste im Falle der Sperre und Widmung als freie Verkehrsfläche der Strassenbahnverkehr ebenfalls eingestellt oder mit erheblichen Kosten verlegt werden!!

Aus meiner Sicht sollten wir dieses Stück dem Sommertheater zuordnen, frei nach Nestroy
"Einen Jux will er sich machen!!!"

   
 
Datum: 1. Juli 2008

Kommentar von:

Böhm zum Thema: Ringstraßensperre
Das eine Beibehaltung der Sperre gefordert wird, war vorherzusehen.
Dennoch sollte man alle Aspekte unter die Lupe nehmen. Jeder, der die Sperrzone durchwandert ist, wird sich sicherlich über die besondere Wirkung der historischen Gebäude ganz ohne Autoverkehr erfreut haben. Dennoch wäre es vermessen den Verkehr um die Ringstraßen herum zu lotsen - ebenfalls im Sinne der Umwelt.

Selbst als begeisterter Radfahrer sollte man hier der Vernunft Vortritt lassen, und der Masse den Vorrang geben.
   
 
Datum: 1. Juli 2008

Kommentar von:

Puschkarski zum Thema: Ringstraßensperre
Die Sperrung der Ringstrasse ist - schon als Idee - Spitzenkandidat fuer die Wahl zum Schildpolitikerstreich 2008. Ausdruck der Verwirrung von ganz offensichtlich inkompetenten Politikern, Funktionären und "Experten".
Es ist eine Tragödie auf welche Tiefe der Geisteshorizont von Meinungsmachern und Verantwortlichen in unserer Hauptstadt gesunken ist.

   
 
Datum: 1. Juli 2008

Kommentar von:

Klug zum Thema: Ringstraßensperre
Bei einer Sperre / teilw. Sperre der Ringstraße verlagert sich der Verkehr auf andere Straßen: Mehr Stau ist gleich mehr Lärm, Abgase, Zeitverlust, Neven.


Dadurch Umstieg auf Öffis ? Diese Phrase kenn´ ich seit 40 Jahren, geändert hat sich nix.

   
 
Datum: 1. Juli 2008

Kommentar von:

Lustig zum Thema: Ringstraßensperre
Nachdem die Entscheidung gefallen ist, die Ringstraßen-Sperre nach der EM aufzuheben, zitiere ich den Satz: Net amoi ignorieren...!

Diese Regierung ist nicht einschätzbar und daher jederzeit zu jeder Überraschung gut.
   
 
Datum: 1. Juli 2008

Kommentar von:

Swietly zum Thema: Ringstraßensperre
Ich bin in Wien meist mit Öffis unterwegs, habe dennoch das Ende der Ringstraßensperre herbeigesehnt, weil der Entfall der einschlägigen Autobus- und Straßenbahnverbindungen extrem hinderlich war.
Wenn sogenannte Experten glauben, sie können den Individualverkehr beseitigen, indem sie die Straßen sperren, sind sie auf dem Holzweg. Das sind dieselben Menschen, die kein Auto fahren, um angeblich die Umwelt zu schonen, dafür aber ihre Freunde und Bekannten dazu vergewaltigen, sie daheim abzuholen und wieder heimzubringen und so doppelte Fahrtstrecken bzw. doppelten Treibstoffverbrauch und doppelte CO2-Emissionen provozieren. Das schlägt dem Fass der Dummheit den Boden aus.
Die Vorschläge solcher Traummännlein sollte man nicht einmal ernsthaft diskutieren!
   
 
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