1. Grundsätzliche Probleme mit Autos am Ende ihrer Nutzung
Das Automobil enthält am Ende seiner Nutzung Rohstoffe, die bei der Produktion der Komponenten eines Neufahrzeuges benötigt werden. Es liegt also nahe die Materialien am Ende eines „Autolebens“, das inzwischen bei nahezu 15 Jahren liegt, für ein Neufahrzeug oder für die Produktion anderer Produkte zu nützen. Das Auto soll also recycelt werden.
Mit Recycling werden Vorgänge bezeichnet, bei denen aus Abfällen weitere Sekundärrohstoffe entstehen. Die Wiederverwertung von Haus- und Industriemüll nach vorangegangener Trennung wird allgemein akzeptiert und erfolgreich angewendet. Nicht nur das Erdöl, sondern auch andere Rohstoffe wie Metalle sind nur endlich verfügbar. Auch die verschiedenen Materialien des Automobils können am Ende seiner Nutzung einer Wiederverwertung zugeführt werden.
Das Auto bedeutet für viele weit mehr als ein Fortbewegungsmittel - bis zu dem Zeitpunkt an dem es in der Schrottpresse - dem natürlichen Feind jedes Autos - zerdrückt wird. Das schrottreife Auto einfach auf Deponien zu lagern ist nicht nur umweltfeindlich und ein unschöner Anblick, es gehen auch wertvolle Rohstoffe verloren.
Es gibt weltweit etwa 40 bis 50 Millionen „End of Life“ (ELV) Fahrzeuge. Davon entfallen etwa 10 Millionen auf Europa, die doppelte Anzahl von 20 Millionen auf Asien und der Rest von 15 Millionen auf Amerika.
Weltweit ist ein steigender Bedarf an Stahl und anderen metallischen Rohstoffen festzustellen. Dieser sollte durch vermehrte Nachfuhr an Eisenschrott gestillt werden. In dieser Situation steigen auch die Rohstoffpreise. Der Anteil an Schrott ist allerdings in den letzten Jahren beinahe konstant geblieben. Dies ist die Gelegenheit, das Auto noch mehr in die Wiederverwertung einzubringen.
2. Regelungen in der EU
Die EU hat sich des Problems des „Altautos“ angenommen. Eine Altfahrzeug-Verwertungsquote von 80 Prozent war bereits bisher durch die Rückgewinnung der Metalle und durch Demontage erreichbar. Die restlichen 20 Prozent wurden auf Deponien gelagert. Es gelten seit 2006 beim Auto-Recycling strenge EU-Richtlinien, die vor allem die Auto-Hersteller in die Pflicht nehmen.
3. Altautos dienen als Rohstoff-Lieferanten
Die gesetzlichen Regelungen schreiben vor, dass die Hersteller die Fahrzeuge vom Letztbesitzer kostenlos zurücknehmen müssen und dass ein flächendeckendes Netz an Verwerter-Betrieben in den EU-Staaten zur Verfügung gestellt werden muss. Darüber hinaus müssen die Firmen bestimmte Verwertungsquoten einhalten. 85 Prozent jedes Altautos müssen demnach derzeit recycelt werden.
Für den hohen Grad an Wiederverwertbarkeit von Materialien hat vor allem die Entwicklung von leicht recycelbaren Materialien gesorgt. So benutzen die Hersteller vorwiegend standardisierte Kunststoffe. Zudem kommen auch immer mehr nachwachsende Rohstoffe wie beispielsweise Hanf für das Interieur zum Einsatz.
Die Umweltverträglichkeit von Autos setzt bereits bei der Produktion an. Im Sinne einer optimalen Durchführung des Recycelvorganges müssen auch die Konstruktionen darauf ausgelegt werden.
4. Weitere Vorteile des Recycelns von Automobilen
Nicht zu vergessen ist auch die Energieeinsparung, die bei Aufbereitung der Recyclingprodukte zu vollwertigen Materialien im Verhältnis zur ursprünglichen Erzeugung entsteht. Besonders auffällig ist dieses Einsparungspotential bei Aluminium. Während bei der elektrolytischen Erzeugung von Aluminium viel elektrische Energie benötigt wird, so ist beim Recycelvorgang etwa ein Viertel thermische Energie notwendig. Niederer Energieaufwand für die Wiederverwertung von Metallen ergibt auch einen geringeren C0 2 -Ausstoß.
Die einzelnen Bestandteile des Autos können dem Kreislauf problemlos wieder zugeführt werden und zwar unter Einhaltung ökonomischer und ökologischer Parameter. Ziel ist die Schließung des gesamten Autokreislaufs, was nachgewiesenermaßen erreichbar ist.
5. Zusammenfassung
Es ist wichtig, von nicht mehr verkehrstauglichen Fahrzeugen möglichst viele Werkstoffe und Energie zurückzugewinnen, optimal zu nutzen und die Umwelt in jeder Hinsicht zu schonen.
Ziel der Recyclingverfahren für Automobile ist die Schließung des gesamten Autokreislaufes, was nachgewiesener Maßen auch erreichbar ist. Die Nutzung von Materialien des Autos ergibt preisgünstiger Rohstoffe für Neuproduktionen. Darüber hinaus wird die Umwelt geschont. Die abgestellten Autowracks sind nicht nur optisch unschön sind die verbleibenden Flüssigkeite wie Restkraftstoffe, Bremsflüssigkeiten, Motorenöle und Säuren aus den Batterien, schädigen die Umwelt nachhaltig.
Über diesen ökologischen Nutzen hinaus sei auch die ökonomische Komponente erwähnt. Die Entsorgungsbetriebe arbeiten mit Gewinn, erzeugen Grundstoffe für weitere Erzeugnisse und schaffen Arbeitsplätze. Es gibt derzeit schon mehrere Arten der Aufbereitung von Altautos und in Zukunft werden diese Technologien noch weiter verbessert werden.
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