Wien im August 2006

Sommerliche Feinstaub-Kasperliade

Nachdem die Vogelgrippe verflogen und das schlechte Augustwetter kein Ozon entstehen lässt, erweist sich wieder einmal der Feinstaub als nützliches Vehikel für Angstmacher und Panikverbreiter.

Inzwischen hat sogar die EU erkannt, dass die von ihr verordneten Feinstaub-Grenzwerte unsinnig niedrig sind und ist dabei, die Limits auf vernünftige Werte anzuheben.

Das geplante Tempolimit von 100 km/h auf den mit viel Geld soeben für 130 km/h ausgebauten Autobahnen kann keine nennenswerten Feinstaubreduzierungen bringen.
Warum?
Feinstaubemissionen des Straßenverkehrs, das sind ca. 10 % der Gesamtemissionen, entstehen viel mehr bei Beschleunigungsvorgängen als bei konstanter Fahrt, egal ob bei 130 oder 100 km/h. Weiterhin entstehen Feinstaubemissionen nur von Dieselmotoren, also von LKW und von Diesel-PKW. PKW mit Benzinmotoren emittieren praktisch keinen Feinstaub, dürften also sinnvollerweise vom geplanten Tempolimit nicht betroffen werden.

Wie lassen sich Diesel-PKW von Benzin-PKW bei der Überwachung unterscheiden?

Haben sich darüber die Tempolimit-Aktivisten Gedanken gemacht?

Tempolimits mögen im Hinblick auf Sicherheit oder Lärm gelegentlich Sinn machen, aber beim Feinstaub bringen sie kaum etwas.

Es bleibt also die Vermutung, dass es den Urhebern dieser Sache um nichts anderes als um eine neuerliche Schikane der Autofahrer geht.

Hoffentlich merken sich die Autofahrer dies bis zum 1. Oktober!

Prof.Dr.H.P.Lenz
Technische Universität Wien
Österreichischer Verein für Kraftfahrzeugtechnik